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NIS2-Checkliste

NIS2-Checkliste Abwasser

Abwasserbetriebe unterscheiden sich von fast allen anderen Sektoren durch ihre Geografie: Die Technik steht nicht hinter einem Werktor, sondern verteilt sich über Dutzende unbemannte Standorte im Stadtgebiet. Wer hier absichern will, muss zuerst wissen, wo überall etwas steht und wie es angebunden ist. Die folgende Reihenfolge arbeitet sich von dieser Bestandsaufnahme bis zum geübten Ernstfall vor.

Ihre NIS2-Checkliste für Abwasser

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    Erstellen Sie eine Karte aller Außenstandorte mit Technikanbindung

    Halten Sie je Standort fest, welche Steuerung dort arbeitet und über welchen Weg sie mit der Leitwarte spricht. Ohne diese Karte bleibt jede weitere Aussage über Ihre Angriffsfläche eine Schätzung.

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    Identifizieren Sie alle über das Internet erreichbaren Geräte

    Suchen Sie gezielt nach Steuerungen und Routern mit öffentlicher Adresse, auch an entlegenen Standorten. Genau solche Geräte werden automatisiert gefunden und sind der häufigste Einstiegspunkt.

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    Prüfen Sie, ob irgendwo noch Auslieferungspasswörter aktiv sind

    Gerade Kleinsteuerungen an Pumpwerken laufen jahrelang mit dem Zugang aus dem Katalog. Führen Sie den Austausch standortweise durch und dokumentieren Sie ihn einzeln.

  4. 4

    Sichern Sie Ihre Fernwirkstrecken gegen Mitlesen und Einspielen ab

    Offene Funk- oder Mobilfunkverbindungen erlauben es, Befehle zu senden, ohne je ein Gebäude zu betreten. Verschlüsselung und beidseitige Authentisierung sind hier die wirksamste Einzelmaßnahme.

  5. 5

    Definieren Sie eine Plausibilitätsgrenze für Ihre Prozesswerte

    Legen Sie fest, welche Sprünge in Zulauf, Dosierung und Füllstand technisch unmöglich sind. Eine Meldung außerhalb dieser Grenzen erkennt Manipulation auch dann, wenn das Leitsystem selbst betroffen ist.

  6. 6

    Sichern Sie Ihre Bauwerke gegen unbefugten Zutritt

    Ein offenes Pumpwerk macht jede Netzhärtung wirkungslos. Ergänzen Sie Schließtechnik um eine Meldung, die auch nachts und am Wochenende jemanden erreicht.

  7. 7

    Entwickeln Sie einen Handbetrieb für das Starkregenszenario

    Der kritischste Moment ist der, in dem die Anlage am meisten leisten muss. Beschreiben Sie, wer welches Bauwerk anfährt und in welcher Reihenfolge gehandelt wird.

  8. 8

    Begrenzen Sie Zugänge von Betriebsführern und Wartungsfirmen

    Ersetzen Sie Sammelzugänge durch persönliche, zeitlich befristete Konten. Jede Aufschaltung muss im Nachhinein einer Person zuzuordnen sein.

  9. 9

    Stimmen Sie Ihre Meldewege mit der Wasserbehörde ab

    Ein Vorfall kann zugleich beim Bundesamt und bei der zuständigen Behörde anzeigepflichtig sein. Halten Sie schriftlich fest, wer welchen Weg übernimmt.

  10. 10

    Trennen Sie die Zuständigkeiten für Wasser und Abwasser sauber

    Wo beide Sparten in einer Organisation liegen, unterscheiden sich Schutzbedarf und Meldeschwelle trotzdem. Diese Abgrenzung gehört ausdrücklich in Ihr Sicherheitskonzept.

  11. 11

    Testen Sie die Rückkehr in den Normalbetrieb nach einem Leitwartenausfall

    Spielen Sie durch, wie lange es dauert, bis alle Außenstationen wieder gesteuert werden. Die gemessene Zeit ist Ihre reale Kennzahl.

  12. 12

    Dokumentieren Sie Ihren Stand so, dass ein Dritter ihn versteht

    Fassen Sie Karte, Befunde, Maßnahmen und Testergebnisse in einer Akte zusammen. Genau danach fragt die Aufsicht im Ernstfall.

NIS2-Umsetzung für Abwasser

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